Cristian Popescu
Die Familie Popescu
Rumänisch / Deutsch
Aus dem Rumänischen übersetzt von Ernest Wichner
Hrsg. und kommentiert von Daniel Banulescu
200 Seiten, 11 x 17 cm, tapeziert mit Schutzumschlag
Reihe abrasch Nr. 8
Euro 12, SFR 18
ISBN: 3-901118-54-3

»Das Werk Cristi Popescus hat die Anziehungskraft und die Verlorenheit einer großen degenierten Religion. Seine Gedichte sind die heiligen Texte dieser Religion. Die Sätze sind einfach, direkt, manchmal ironisch. Aber ihr beunruhigendes Trommeln verkündet, daß das, wovor wir Angst haben, daß es geschehen könnte, bereits begonnen hat.« (Daniel Banulescu)
Der Band
Familia Popescu war Cristian Popescus erste Veröffentlichung und erschien 1987 als Beilage der Zeitschrift
Convingeri Comuniste. Im Stil eines poetischen Realismus verfaßt, wird hier zwischen den Zeilen einer eigenwillig erzählten Familiengeschichte gleichsam die Poetik dieser Familie erfunden. 1988 erschien die Sammlung unter dem Titel
Cuvânt-înainte (Vorwort) in Buchform bei Editura
Cartea Româneasca. Doch die Zensur (die in der ersten Veröffentlichung nur das Prosagedicht
Dana Popescu gestrichen hatte) hatte das Manuskript derart entstellt, daß der Autor diesen Band nur als Vorwort des Bändchens betrachtete, das schon ein Jahr zuvor Aufsehen erregte.
Der nun vorliegenden zweisprachigen Ausgabe kommt somit auch die Aufgabe zu, eine Lücke in der Editionsgeschichte des Buches
Familia Popescu zu schließen. Erstmals erscheint die Sammlung mit Prosagedichten hier vollständig. Dem Band hinzugefügt hat der Herausgeber Daniel Banulescu, Freund und Schriftstellerkollege von Popescu, neben einem sehr persönlichen Nachwort Prosatexte aus dem Nachlaß, darunter den bislang unveröffentlichten Text
Der Schrei. Cristian Popescu hatte diesen in der Nacht seines Todes fertiggestellt.
Cristian Popescu, geboren 1959 in Bukarest, ist am 21. Februar 1995, im Alter von nur 35 Jahren, aus noch umstrittener Ursache gestorben. Er gilt heute als der bedeutendste rumänische Dichter seiner Generation.
Ernest Wichner, geboren 1952 in Guttenbrunn (Banat/Rumänien), lebt seit 1975 in Deutschland. Autor, Literaturkritiker, Übersetzer aus dem Rumänischen, von 1988 bis 2003 stellvertretender Leiter des Literaturhauses Berlin, seit März 2003 dessen Leiter. Zuletzt ist der Gedichtband
Rückseite der Gesten (2003) erschienen.
Daniel Banulescu, geboren 1960, lebt in Bukarest. Seit Ende der achtziger Jahre zahlreiche Veröffentlichungen (Lyrik, Prosa und Theater) in rumänischer Sprache. 2003 ist in der Übersetzung von Ernest Wichner der Gedichtband
Schrumpeln wirst du wirst eine exotische Frucht sein (abrasch 5) erschienen. Autor und Übersetzer sind für dieses Buch 2005 mit dem
Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie ausgezeichnet worden. 2005 erschien der Roman
Ich küsse dir den Hintern, Geliebter Führer! (abrasch 9).
