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Marina Zwetajewa, Poem vom Ende / Neujahrsbrief (russisch
/ deutsch)
Aus dem Russischen und mit einem Nachwort von Hendrik Jackson
136 Seiten, 11 x 17 cm, tapeziert mit Schutzumschlag
Euro 12, SFR 20
ISBN 3-901118-50-0 / Reihe abrasch Nr. 4
edition per procura, Januar 2003
 
In neuer Übersetzung und mit einem die Übersetzung kommentierenden
Nachwort des Lyrikers und Slawisten Hendrik Jackson versammelt der Band
die beiden bedeutendsten und umfangreichsten Liebespoeme von Marina Zwetajewa.
Geht es beim Neujahrsbrief um die doch eher platonische, wenn auch leidenschaftliche
Liebe von Dichterin zu Dichter (Zwetajewa und Rilke), geht es nicht zuletzt
um Tod bzw. Nicht-Tod, um Jenseits und Gespräch mit dem Nicht-Hiesigen
oder Unsichtbaren, so basiert das Poem vom Ende auf einer leidenschaftlichen,
vor allem aber auch körperlichen, ganz und gar „hiesigen“ Liebe. Der
Neujahrsbrief ist der reflexivere, gedanklichere, gehaltvollere Text, aber
das Poem vom Ende steckt dafür voller Sinnlichkeit, voller unglaublich
treffender Situationen. Nicht frommer formalistischer Eifer noch selbstbezogener
Authentizismus, weder gedankenschwere Konstruktion noch betroffene Erzählung
beseelen dabei die beiden Poeme der großen russischen Dichterin,
sondern eine schwebende, durchlässig machende und wie beiläufig
entstandene selbstredende Entfaltung von Begriff und Erfahrung.
Und Hendrik
Jacksons Übersetzung verblüfft und überzeugt
in einem Ausmaß, das von bisherigen Übersetzungen der Poeme
noch nicht erreicht worden ist: von Zeile zu Zeile und im Rückblick
und Echo des Ganzen, als das geglückte Zusammenspiel von Bedeutungen,
Intonationen und Beobachtung. Ohne die für Zwetajewa typische Leichtigkeit,
Natürlichkeit und Ent-schiedenheit des Ausdrucks einzubüßen
oder unnötig zu verrätseln, stellen die von Hendrik Jackson geschaffenen
deutschen Dichtungen sich sowohl den formalen Anforderungen der Poeme (metrische
Feinheiten, Reime, Enjambements, klangliche Verfahren u.ä.), und dies
mit viel Wendigkeit, Esprit und Präzision im Detail, als sie auch
imstande sind, für diese „Versiertheit, die in Zwetajewas Fall einen
Grad erreichte, wo sie zum Instinkt wird“ (Joseph Brodsky), eine entsprechende
Tonart im Deutschen zu finden. Zum Autorin:
Marina Zwetajewa wurde 1892 in Moskau
geboren. Sie lebte von 1922 bis 1939 im Exil, u.a. in Berlin, Prag und
Paris. 1941 nahm sie sich das Leben. Sie gilt neben Anna Achmatova als
die größte russische Dichterin des letzten Jahrhunderts.
Zur Übersetzer:
Hendrik Jackson, geboren 1971 in Düsseldorf, studierte
1991–1999 in Berlin (Filmwissenschaft, Philosophie und Slawistik). 2001
erschien sein erster Gedichtband: einflüsterungen von seitlich. 2002
erhielt er das Rolf-Dieter Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln. Er
lebt in Berlin.
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