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die neuen Bücher
abrasch. Eine Sammlung für Poesie als Übersetzung

 

*abrasch [pers.] der,-: von abr (die Wolke) oder Raghä bzw. ragh (die Ader). Beabsichtigte oder unbeabsichtigte Farb abweichung auf Orientteppichen.

Dichterisches Reden ist ein Teppichgewebe mit einer Vielzahl von textilen Grundstoffen, welche sich voneinander lediglich durch die Farbgebung bei der Ausführung unterscheiden, lediglich durch die Partitur der ständig sich ändernden Befehle der Signallage.
Es ist ein Teppich von höchster Konsistenz, ganz aus Flüssigkeit gewebt – ein Teppich innerhalb dessen die Wasser des Ganges, verstanden als textile Thematik, sich nicht ver mengen mit Gewässerproben aus dem Nil oder Euphrat, sondern erhalten bleiben in ihren verschiedenfarbigen Strängen, Figuren, Ornamenten, nicht aber in ihrer Musterung, denn das Muster ist ja nichts anderes als eine Nacherzählung. Schön ist das Ornament dadurch, daß es die Spuren seiner Herkunft in der Art eines vorgeführten Naturausschnitts bewahrt. Tierisch, pflanzenhaft, steppenartig, skythisch, ägyptisch – wie national oder barbarisch auch immer es sei: stets ist es sprechend, sehend, handelnd.
Das Ornament ist strophisch.
Das Muster – verzettelt zu Zeilen.

(O. Mandelstam, Gespräch über Dante, 1933)

 



Die neue Editionsreihe »abrasch« erscheint ab dem Herbst 2001 mit mindestens 3 Büchern im Jahr in der edition per procura. Die Sammlung umfaßt ausschließlich Übersetzungen internatio-naler Lyrik und Prosa, die in geringem Umfang (100–150 Seiten) und in geringer Auflage (350 Exemplare) aufgelegt werden. Das Augenmerk der Auswahl liegt auf den Übersetzungen, die als eigenständiges literarisches Genre präsentiert werden. Nach Möglichkeit und insbesondere bei Gedichten erscheinen die Bücher zweisprachig. Die Übersetzer und Übersetzerinnen sind maßgeblich in die Produktion der Bücher eingebunden, sodaß deren Vorschläge bezüglich die Auswahl und Gestaltung der Bücher berücksichtigt werden und ihnen die Möglichkeit geboten wird, in Kommentaren, Vor- bzw. Nachwörtern die Kriterien und Methoden ihrer Übersetzungen transparent zu machen. Jedes Jahr erscheint darüber-hinaus ein Begleitband zur Reihe, in dem ein Gespräch zur Übersetzung initiiert werden soll.