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William Blake MILTON. EIN GEDICHT Mit einer Reproduktion des Originals Ins Deutsche übertragen, mit einem Nachwort und kommentiert von Hans-Ulrich Möhring 296 S., 52 z.T. farbige Abb., geb. m. Schutzumschlag ISBN 3-901118-23-3, edition per procura 1995 24,80 / Sfr 40
Gänzlich einzigartig in unserem Kulturkreis ist William Blake als Schöpfer der von ihm selbst verfaßten, künstlerisch gestalteten, geätzten, gedruckten und kolorierten »Illuminierten Bücher«. Schon mit dem ersten, oft genug verwirrten Lesen/Betrachten einer seiner illuminierten Seiten werden wir auf den durchgehenden Konflikt gestoßen zwischen der klaren Lichtwelt des Verstandesgottes Urizen, in der wir uns lesend/sehend/deutend allemal bewegen und eindeutig begreifbare Dinge fordern, und dem mächtigen Reich eines tieferen, schwer festzulegenden Hörens, in dem uns nur Licht wird, wenn uns die »geistige Sonne« der Imagination und ihres ewigen Propheten Los aufgeht, wenn wir also das Eine Zentrum zu ahnen beginnen, welches das Gedicht in der Zweiheit von Wort und Bild erscheinen läßt und verbirgt. Die Faszination die dieser bald zweieinhalb Jahrhunderte alte englische Dichter nach wie vor ausübt, besteht vornehmlich darin, daß es ihm mit Hölderlins dichterischem Wohnen des Menschen auf der Erde ernst ist wie wenigen. Gegen die, immer noch viel zu wenig erschütterte, falsche Maßgeblichkeit der wissenschaftlichen, theologischen, philosophischen, politischen und anderen Verenger, Beschneider und Reglementierer des Lebens kämpft er zeitlebens in immer neuen Formen um eine weitere und freiere, höhere und tiefere Wahrnehmung und Gestaltung dessen, was menschliche Wirklichkeit heißt, und holt so den Dichterberuf, indem er ihn als eben diesen schaffenden Kampf bestimmt und lebt, aus der langen Abdrängung in die Nischen und Winkel einer wie immer geschätzten Unterhaltungskunst heraus. Obwohl William Blake (1757–1827) in vielem den deutschen Dichtern und Denkern seiner Zeit näher steht als den englischen, blieb er hierzulande bis anhin ein beinahe gänzlich Unbekannter. Die wenigen ins Deutsche übersetzten Auswahlbändchen haben aufgrund der schlechten Qualität der Übertragung höchstens ein verzerrtes Bild hinterlassen. Hans-Ulrich Möhring ist es im Rahmen einer Übersetzung des Gesamtwerks nun gelungen, das Buch Milton nebst einem umfassenden Kommentar, erstmals dem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Zum Autor: William Blake, (London 1757–1827), Dichter und Kupferstecher, illustrierte u.a. Werke von Dante, Vergil, Chaucer, Blair, Young und, da er Wort und Bild als Gesamtkuntswerk verstand, viele seiner eigenen Dichtungen, u.a. Poetical Sketches (1783), Songs of Innocence (1789), Songs of Experience (1794), The book of Los (1795), The book of Ahaania (1795), Milton (1804–1808), Jerusalem (1804). Zum Übersetzer: Hans-Ulrich Möhring, geboren 1953 in Zweibrücken,
er lebt in Göttingen
als Autor und Über-setzer.
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