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Gennadij Ajgi
Bd. 1: Mit Gesang : Zur Vollendung. Gedichte Bd. 2:
Blätter in den Wind. Gespräche, Reden, Essays. Innerhalb der auf Deutsch erschienenen Publikationen, die mittlerweile großteils vergriffen sind, stellt die von Felix Philipp Ingold herausgegebene zweibändige Werkausgabe in der edition per procura eine editorische Sensation dar: Versammelte der 1995 erschienene erste Band erstmals in deutscher Sprache eine repräsentative Auswahl aus dem lyrischen Gesamtwerk des Autors, so finden sich im zweiten Band, ebenfalls erstmalig, eine umfangreiche Auswahl literarischer Essays, Reden und Gespräche. Der Einzugsbereich von Ajgis Nachdenken, das sich als ein intensives „lyrisches“ Sinnieren zu erkennen gibt, umfaßt darin gleichermaßen philosophische und religiöse Fragestellungen, aber auch Probleme der Politik, der Geschichte, der zeitgenössischen künstle-rischen Kultur, vor allem jedoch ist in diesen locker gefügten, von Wiederholungen und Widersprü-chen keineswegs freien Texten auf unverwechselbar persönliche Weise die Rede von Ajgis eigenem Lebensgang und Schaffensweg, von seiner Prägung durch die tschuwaschische Heimat, von seinem Verhältnis zur russischen und westeuropäischen Kunst sowie, immer wieder, von seiner außergewöhnlichen dichterischen (und übersetzerischen) Arbeit zwischen den Kulturen. Mit Vorteil wird man diese Beiträge zu einem weitreichenden „Gespräch auf Distanz“ in unmittelbarem Zusammenhang mit Ajgis literarischem Werk zur Kenntnis nehmen, wofür die nun vorliegende bibliophile Ausgabe beider Bände im Schuber dem Leser weitgehend Gelegenheit bietet.
»Ajgi ist ein dichterischer Metaphysiker der konkreten Dinge« Zum Autor: Gennadij Ajgi wurde 1934 in Schajmurshino (Tschuwaschische Autonome Republik) geboren. Seit 1953 lebt er in Moskau, wo für den Dichter mit dem Ausschluß 1958 aus dem Moskauer Litera-turinstitut Jahre der vollkommenen Zurückgezogenheit und Nichtanerkennung begannen. Bis heute wird das Werk Gennadij Ajgis, den Jakobson einmal den größten lebenden russischen Dichter genannt hat, in seiner Heimat kaum gedruckt und besprochen, während im westlichen Europa die Zahl der Publikationen und Leser stetig wächst. U.a. erhielt er 1972 den Preis der Académie française, 1993 den Petrarca-Preis und 1996 den N.C.Kaser-Lyrik-Preis. Zum Herausgeber und Übersetzer: Felix Philipp Ingold, 1942 in Basel geboren, lebt in Zürich und Romainmôtier. Professor für Russistik an der Universität St. Gallen. Veröffentlichungen zur Literatur- und Kunstgeschichte Rußlands. Übersetzungen aus dem Französischen (u.a. Jabés, Ponge), Russischen (Ajgi) und Tschechischen. Prosa, Essays, Gedichte. U.a.: Letzte Liebe (1987), Echtzeit (1989), Ewiges Leben (1991), Der Autor am Werk (1992), Restnatur (1994), Freie Hand (1996), Nach der Stimme – Ein Gedicht in dreizehn Sätzen (1997), Geballtes Schweigen (1999), Auf den Tag. Genaue Gedichte (2000).
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