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Brigitte
Mahlknecht / Robert Kelly
Das Buch The Garden of Distances ist hervorgegangen aus einem gemeinsamen Projekt des namhaften amerikanischen Lyrikers Robert Kelly und der Südtiroler Künstlerin Brigitte Mahlknecht, die mit Zeichnungen und Gedichten per Fax einen künstlerischen Dialog unterhielten. Über einen Zeitraum von zwei Monaten enstand im täglichen Austausch die nun vorliegende Bildgeschichte. Gedichte zu Bildern und umgekehrt und zwar in einer ungewöhnlichen Reihen-folge: Die Bilder gaben jedesmal den Anstoß. Lesen sich die Gedichte und Zeichnungen zunächst als die jeweiligen „Deutungen“ zum vorherigen Bild oder Gedicht, so löst sich im weiteren Verlauf des Buches der unmittelbare Zusammenhang mehr und mehr zu einem grandiosen Figuren- und Stimmengewirr. Je länger diese Bildgeschichte dauert, desto reicher wird sie an gemeinsamen Stimmen, Figuren und Geschichten, desto unbekümmerter bedient sie sich an der eigenen, immanenten Erinnerung. Immer wieder stößt der Leser und Betrachter darin auf wiederkehrende Figuren und Stimmen, nimmt, im Wiedererkennen, selbst Teil an diesem Bild- und Textdialog, der sich aus dem immanent entwickelten Zeichen- und Figurengedächtnis speist. Die räumliche Distanz der beiden Künstler wird kompensiert durch die Erschaffung einer „künstlichen“ gemeinsamen Welt, wie sie zwei Menschen im „wirklichen“ Leben wohl niemals teilen könnten. Zu den jeweils knapp 40 Zeichnungen und Gedichten im Original entstand im Auftrag des Verlages ein Beiheft mit ausgewählten Übersetzungen der Gedichte Robert Kellys ins Deutsche, Slowa-kische und Französische. Die Auswahl der Gedichte vollzogen die Übersetzer ohne Absprache untereinander, was zu reizvollen Überschneidungen und Abweichungen der Übersetzungen geführt hat. Zu ihnen gehört der angesehene Marlowe, Cowper und Aubry-Übersetzer Wolfgang Schlüter, die slowakische Dichterin und Mayröcker-Übersetzerin Mila Haugová, die beiden experi-mentellen Dichterinnen Gundi Feyrer und Christine Huber und Schuldt, der Robert Kelly mit seinen bei Residenz und Droschl erschienenen Übersetzungen im deutschen Sprachraum bekannt gemacht hat. »... So
erwächst das Werkganze thematisch wie auch strukturell aus lauter Ab- und
Ausschweifungen, die sich dennoch zu einem kohärenten, wenngleich sehr
lockeren Textil verschlingen.« Zur Künstlerin: Brigitte Mahlknecht, geboren 1966 in Bozen, Studium und längere Aufenthalte in Wien, New York und Berlin. Ausstellungen und Beteiligungen u.a. in Salzburg, Bozen, Rovereto, Wien, München, Genua, Innsbruck, Klausen. Veröffentlichungen: Gleich und Gleich. Zusammen mit Oswald Egger (1995), Gestaltschmerz. Zusammen mit Schuldt (1997), Zeichnungen u.a. in Der Prokurist Nr. 16/17 (1999). Zum Autor: Robert Kelly, geboren 1935 in New York City, lebt in Annandale-on-Hudson, wo er am Bard College Creative Writing unterrichtet. Er hat an die sechzig Bücher veröffentlicht mit Lyrik, Prosa und Essays. Auf Deutsch sind außerdem erschienen: Abziehbilder heimgeholt, zus. mit Jacques Roubaud und Schuldt (1995), Schlaflose Schönheit. Stories. Hrsg., übersetzt und mit einem Nachwort von Schuldt (1996). Zu den Übersetzern: Gundi Feyrer, geboren 1956 in Heilbronn am Neckar. Studium an den Kunsthochschulen in München und Hamburg, längere Aufenthalte in Rom, Paris und Graz, lebt heute in Madrid. Buchveröffentlichungen u.a.: Das in den Längen Weilen, Wiens Verlag, Berlin 1990, Der Himmel ist eine Flasche, Ritter Verlag, Klagenfurt 1994, Das Schlagen der Augen, Droschl Verlag, Graz 1994, Auswendige Tage, Droschl Verlag, Graz 1997, Die Besteigung der Bilder und andere Essays, Edgeware Press, London/Wiens Verlag, Berlin 1998. Mila Haugová, geboren 1942 in Budapest, lebt als Lyrikerin und Übersetzerin (u.a. von Paul Celan, Friederike Mayröcker) in Bratislava. Redakteurin der Literaturzeitschrift Romboid. Zahlreiche Publikationen und Preise. Auf Deutsch sind u.a. erschienen: Kahlfrieren, aus dem Slowakischen von Ursula Macht, Bonsai Typ Art Verlag, Berlin 1998, Das innere Gesicht. Gedichte, aus dem Slowakischen von Z. Becher, Thanhäuser Verlag 1999, Sandatlas, aus dem Slowakischen von Angela Repka, Editon Korrespondenzen, Wien 2001. Christine Huber, geboren 1963 in Wien. Lebt in Wien und Mörbisch. Zuletzt erschienen: blindlings. dialog mit kommentar (Zeichnungen: Natascha Käßner), Korvinus-Presse, Berlin 1998, absolut alles relativ unsonst. Gedichte (gemeinsam mit Helmut Schranz, mit Fotografien von Elmar Klocker), edition ch, Wien 1998, Rebecca, tableau x. Prosa, Das fröhliche Wohnzimmer-Edition, Wien 1999, das doch das bauschen kennt, edition charts, Wien 2001. Ausstellungen und Ausstellungs-beteiligungen mit Textgrafiken. Arbeiten zu Neuer Musik (u.a. für Christian Utz, Beat Futter, Elisabeth Flunger, I-Tsen Lu). Pierre Joris, geboren in Luxemburg, längere Aufenthalte in England, Frankreich und Nordafrika. Heute lebt er als Professor, Dichter, Übersetzer und Herausgeber im US-Staat New York. Veröffentlichung von über 20 Gedichtbänden, zahlreiche Übersetzungen, u.a. von Paul Celan, Maurice Blanchot, Edmond Jabés Robert Kelly. Arbeitet zur Zeit zusammen mit Jerome Rothenberg an Übersetzung und Herausgabe der gesammelten Schriften Pablo Picassos. Wolfgang Schlüter, geboren 1948 in Königslutter am Elm, lebt als Musikwissenschaftler, freier Autor und Übersetzer in Wien. Veröffentlichungen u.a.: Eines Fensters Schatten, oder: Mercurius‘ Hochzeit mit der Philologie. Roman (1984), My Second Self when I am gone, 250 englische Gedichte, aus dem Englischen von Wolfgang Schlüter (1991), Walter Benjamin: Der Sammler und das geschlossene Kästchen. Essay (1993), John Aubrey. Lebensentwürfe, aus dem Englischen von Wolfgang Schlüter (1994), William Cowper, The Task/Die Aufgabe, aus dem Englischen von Wolfgang Schlüter (1997), John Field und die Himmels-Electricität. Roman (1998), Christopher Marlowe, Sämtliche Dramen, aus dem Englischen übersetzt und herausgegeben von Wolfgang Schlüter (1999), Dufays Requiem. Roman (2001). Schuldt, geboren 1941 in Hamburg, Dichter, Essayist, Gestaltet von Hörstücken, lebt unter Sprachen. Ansässig in Hamburg und New York. Ein Dutzend Bücher, zuletzt: Abziehbilder heimgeholt (mit Jacques Roubaud und Robert Kelly), Literaturverlag Droschl, Graz 1995, Gestaltschmerz (mit Brigitte Mahlknecht), Edition Plasma, Berlin 1997, Am Quell der Donau (mit Friedrich Hölderlin und Robert Kelly), Steidl Verlag, Göttingen 1998, Ernest Fraenkel, Die unsichtbaren Zeichnungen Stéphane Mallarmé, hg., kommentiert und mit einem Essay von Schuldt, edition per procura, Wien . Lana 1998.
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