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Hans-Jost Frey
Der Züricher Autor und Literaturwissenschaftler Hans-Jost Frey befragt in diesem Buch Texte und Textphänomene der Literatur und ihrer Theorie unter dem Aspekt des Verhältnisses zwischen Sprache und Denken. Daß das Wort immer ein schillernderes Phänomen ist, als es einer Theorie jenseits ihrer Ironie begreiflich ist, dafür findet Frey bei Herder und Diderot, Flaubert, Melville und Stendhal über Humboldt und Benjamin bis zu Paulhan, Dragonetti und de Man reiche Zeugenschaft. „Hans-Jost Frey schreibt (zwischen)
Literatur (und) Theorie, er hält die Bindung zwischen Gedanken und Sprache,
zwischen Bedeutendem und Bedeuteten, zwischen Satz und Folgesatz möglichst
eng und versucht so den Leser auf den Text zu verpflichten. Im Zentrum
dieser Kunst des Bindens steht die Vermittlung von theoretischen und
literarischem Sprechen, dem eigensten Thema nicht nur dieses Frey’schen
Buches. Methodisch folgt er einer konzentriert gedanklichen Bewegung, einer
spielerisch sprachlichen, einer sensibel hörenden, einer autoritär
definitorischen und einer textlich verschränkenden. Dieser bindenden
Beweglichkeit liegt ein absoluter Begriff zugrunde, Freys Textbegriff, den
er in Der unendliche Text (1990) entwickelt hat. Mit diesem ist ein
expansierender, das Einzelwerk übersteigender, überzeit-licher Text gemeint,
der nur in der Lektüre gegenwärtig ist. »Texte sind nie vergangen, denn sie
finden nur in der Lektüre statt« (S. 9) Der unendliche Text hebt
Biografisches wie Geschichtliches in sich auf. Freys Aufmerksamkeit gilt
zudem dem Selbstverständnis und der Selbstbezogenheit der Texte, mithin dem
Verhältnis von Aussage und Redeweise.“ Zum Autor: Hans-Jost Frey, geboren 1933, lebt in Zürich, emeritierter Professor für Komparatistik. Veröffent-lichungen u.a.: Studien über das Reden der Dichter (1986), Unterbrechungen (1989), Der unend-liche Text (1990), Wörter und die Wiedervereinigung der Wörter (1994), Lesen und Schreiben (1998).
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